Bauen für die Macht

Seit jeher dient Bauen nicht nur dem Schutz und der Organisation des Lebens, sondern auch der Manifestation von Herrschaft. Von den Pyramiden der Antike über Triumphbögen und Parlamentsbauten bis zu den ikonischen Hauptsitzen globaler Konzerne zieht sich eine jahrtausendealte Tradition: Monumentalität, Dauerhaftigkeit und Massstab werden zu Werkzeugen politischer, religiöser oder ökonomischer Macht – und prägen bis heute unsere gebaute Umwelt. Umgekehrt winken Architekt:innen grosse Aufträge, Sichtbarkeit und Einfluss. Diese wechselseitige Beziehung hat in der Geschichte immer wieder zu beeindruckenden, bisweilen aber auch wahnwitzigen Projekten geführt. Auf der Suche nach bedeutenden Aufträgen sucht auch Le Corbusier die Nähe politischer Macht – weitgehend unabhängig von deren ideologischer Ausrichtung. Er baut für die Sowjetunion, wirbt um Mussolini und Maréchal Pétain und zeigt dabei wiederholt eine fehlende kritische Distanz zu autoritären Systemen. Gleichzeitig bestehen keine Berührungspunkte zu den Nationalsozialisten in Deutschland. Die Ausstellung macht diese Ambivalenzen sichtbar und ordnet sie historisch ein, ohne sie zu vereinfachen oder zu entschärfen. Sie zeigt die engen Beziehungen zwischen Architektur und Autorität – und macht sichtbar, wie vielschichtig und zugleich ambivalent dieses Verhältnis ist. Anhand von Plänen, Bildern und Modellen beleuchtet die Schau Le Corbusiers kontroverse Entwürfe der Zwischenkriegszeit, verortet sie in ihren politischen Kontexten und lädt dazu ein, diese Verflechtungen neu zu befragen.

Bis zum 29.11.2026 im Pavillon Le Corbusier, Höschgasse 8, 8008 Zürich

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