Kindergarten Horn

© Stephan Flühler

Der im Jahr 1951 gebaute, eingeschossige Doppelkindergarten im Dorfkern von Horn widerspiegelt die räumlichen und gebäudetechnischen Anforderungen seiner Zeit. Die Gemeinde Horn beabsichtigte, den Doppelkindergarten räumlich zu einem Kindergarten zusammenzulegen, um die Raumvielfalt zu ergänzen. Zusätzlich sind das Gebäude energetisch saniert und die Infrastruktur optimiert worden.

Der ursprüngliche Doppelkindergarten soll zukünftig als Einzelkindergarten mit einem unterschiedlichen Raumangebot und flexiblen Nutzungszonenen genutzt werden können. Das räumliche Konzept basiert auf der ursprünglichen Idee einer räumlichen Schicht, der Spiel- und Lernräume entlang der südlichen Hauptfront in Bezug zum Aussenraum und einer sich dahinterliegenden Nutzschicht für WC, Garderobe und Stauräume.

Zwischen den beiden Haupträumen (Spiel- und Lernzone) liegen im symmetrisch konzipierten Grundriss der beidseitig zuschaltbare Therapie- und Küchenraum und der dazwischenliegende Kreativraum. An den beiden Aussenseiten liegen die geschlossenen Materialräume und die zu den Haupträumen dazugehörigen Raumnischen als Erweiterung der Spiel- und Arbeitsfläche. Die Anordnung der Räume entlang der Hauptfront ermöglicht verschiedene bespielbare Räume, die je nach Nutzung zu unterschiedlichen Raumkonzeptionen verbunden oder geschlossen und autonom benutzt werden können.

Die sanitären Installationen sowie die Garderoben wurden im Zuge der energetischen Sanierung aufgrund der zusätzlichen Innendämmung erneuert. Die bestehenden Toilettenanlagen wurden auf je eine Toilette für Jungen und Mädchen sowie ein barrierefreies WC für gehbehinderte Personen und Lehrkräfte reduziert. Dadurch entsteht in der Sanitäranlage ein zusätzlicher Putzraum. Der als Pausenplatz genutzte Garten wird zusätzlich über die ergänzten Fenstertüren erschlossen. Der erweiterte Aussenraum ist mit dem Innenraum verbunden und leistet einen wichtigen pädagogischen Beitrag. Der neu erstellte Pavillon wird als Abstellraum für die Gartengeräte genutzt und dient zusätzlich als überdachte Vorplatzerweiterung. Er ist als einfacher konstruktiver Holzbau erstellt. Durch die städtebauliche Setzung fasst er den Aussenraum und schafft gleichzeitig eine neue Eingangssituation für den Kindergarten.

Der Gebäudeausdruck ist von der verputzten Aussenhülle und den Holz verkleideten Leibungs- und Sturzelementen und gemauerten Brüstungen auf der Südseite geprägt. Das Gebäude wurde auf den innenliegenden Wänden gedämmt, um den äusseren Ausdruck der bestehenden Tektonik und der Fassadenmalereien beizubehalten.Keller-, Estrichdecken und Fenster wurden energetisch saniert. Die Dachhaut wird mittels neuen Ziegeln und PV-Anlage ergänzt. Der bestehende Öltank wurde als Regenwassertank umfunktioniert.

Text: Flühler Architektur GmbH

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