Stammhaus Blumer Lehmann – Raum für neue Ideen

Auf dem Erlenhof in Gossau ist mit dem neuen Hauptsitz von Blumer Lehmann ein Bürogebäude entstanden, das innovative Holzbautechniken mit durchdachter Nachhaltigkeit verbindet. Das Herzstück bildet eine skulpturale Free Form-Treppe – gefertigt aus gekrümmten Massivholzplatten CLT-curved.

K&L Architekten konzipierten das fünfgeschossige Gebäude mit klaren Blickachsen und einem geschossübergreifenden Atrium als zentralem Begegnungsraum. Es bietet Platz für 180 Arbeitsplätze, Veranstaltungsräume sowie eine Cafeteria mit Terrasse und verbindet sich im zweiten Obergeschoss über eine Passerelle mit der benachbarten Produktionshalle. «Das Stammhaus wurde als lebendiger Ort geplant, an dem heute Ideen entstehen und gedeihen», formuliert Katharina Lehmann, CEO von Blumer Lehmann und Bauherrin, die Vision. 

Das Atrium – Konstruktion mit CLT-curved
Die Free Form-Treppe Atrium durchdringt wie ein Baumstamm alle fünf Geschosse und gibt dem Gebäude seinen Namen: Stammhaus. Entwickelt wurde die Konstruktion in enger Zusammenarbeit zwischen K&L Architekten aus St. Gallen, dem ICD Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung der Universität Stuttgart und dem Holzbau- und Holzindustrieunternehmen Blumer Lehmann. Die gekrümmten Wandelemente des Atriums übernehmen tragende Funktionen und bestehen aus kreuzweise verleimten, gebogenen Massivholzplatten CLT-curved. Blumer Lehmann hat die eigens für das Atrium entwickelte Produktneuheit CLT-curved für aussergewöhnliche Strukturen bereits in sein Produktsortiment aufgenommen. Die computerbasierte Planung ermöglichte die präzise Steuerung der komplexen Struktur für die automatisierte CNC-Fertigung. 

Nachhaltige Lowtech-Lösungen
Das Gebäude kommt ohne aktive Kühlung aus. Geothermische Energiepfähle temperieren die Lehmkühldecken in den innenliegenden Besprechungsräumen und automatisierte Fenster sorgen für Nachtauskühlung. Warme Luft entweicht über das Atrium, während die umlaufenden Balkone mit vertikalen Holzlisenen als natürlicher Sonnen- und Blendschutz dienen.
Der innovative Holzbau nutzt einen Betonkern zur Aussteifung, alle sichtbaren Holzbauteile stammen aus dem eigenen Sägewerk. Für die Geschossdecken entwickelte das Projektteam einen Holz-Beton-Holz-Verbund: Aussparungen in den Brettschichtholzrippen und CLT-Platten werden nach der Montage mit Beton ausgegossen – eine schubfeste Verbindung ohne vollständige Verklebung. 

© Jan Thoma | Blumer Lehmann

 

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