Südlich von Jönköping ist in der schwedischen Gemeinde Vaggeryd eine Schule entstanden, die exemplarisch für eine Entwicklung in der europäischen Architektur steht: Holz wird nicht mehr versteckt, sondern bewusst gezeigt. Es ist sichtbar, prägt die Atmosphäre der Räume und ist Teil der architektonischen Identität von öffentlichen Gebäuden. Wo Holz sichtbar eingesetzt wird, rückt auch der Brandschutz stärker in den Fokus der Gestaltung.
„In öffentlichen Gebäuden sind Brandschutzanforderungen nicht verhandelbar“, sagt der Brandschutzexperte Joakim Svensson, der das Projekt von der regulatorischen Seite begleitet hat. „Die wichtigste Frage ist aber, wann sie in den Entwurfsprozess einbezogen werden.“ Bei der Schule in Vaggeryd haben die Architekten sich zum Ziel gesetzt, mit unterschiedlichen, leicht transparenten Farbtönen auf Sperrholzflächen eine warme und lebendige Innenraumwirkung zu erreichen. Die Oberflächen sollen natürlich und haptisch bleiben, aber dennoch den strengen Brandschutzanforderungen gerecht werden. Verschiedene Lösungen wurden hierfür in Betracht gezogen, auch feuerimprägnierte Materialien. Letztlich fiel die Entscheidung auf ein Brandschutzbeschichtungssystem, das sowohl gestalterische Freiheit als auch Brandschutzleistung ermöglicht. „Der Entwurf sah mehrere Farbschichten vor, keine deckenden Oberflächen“, sagt Joakim Svensson. Für Preben Hansen, der sich seit Jahrzehnten mit Brandschutztechnologien befasst, sind im Brandfall die ersten Minuten entscheidend. Unbehandeltes Holz trägt zu einer schnellen Flammenvielfalt und Rauchentwicklung bei. Im Gegensatz dazu reagiert die Intumeszierende Beschichtung auf die Hitze durch Aufschäumen und bildet so eine Schutzschicht. Diese verhindert die Entflammung des Materials und schränkt die Entwicklung des Feuers ein. Besonders in Gebäuden wie Schulen sind die ersten Minuten sehr wichtig.
Neben der reinen Schutzfunktion ist auch der Faktor Zeit bei der Auswahl eines geeigneten Brandschutzprodukts zu berücksichtigen. Klassische Imprägnierungsverfahren verlängern oft die Produktions- und Lieferzeit. Im Gegensatz dazu sind Beschichtungssysteme leichter in die industriellen Fertigungsprozesse zu integrieren. Bauteile können schneller vorbereitet und geliefert werden. Das ist besonders im Baubereich von grossem Vorteil. Im diesem sind enge Zeitpläne ein wichtiger Punkt. Beide Experten betonen dabei, dass die technische Lösung allein nicht der wichtigste Aspektist. Gleichwohl ist die Lösung im Planungsprozess ein wichtiger Punkt. Wird die Brandschutzstrategie spät berücksichtigt, entstehen oft Kompromisse. Sie wird dann oft nur auf die Planung aufgesetzt. Es ist aber ratsam, die Brandschutzstrategie von Beginn an miteinzubeziehen. Sie wird dann zum Bauteil der architektonischen Logik. Der Holzbau gewinnt europaweit an Bedeutung. Der Hintergrund sind ökologische Gründe, effiziente Bauprozesse und die Sehnsucht nach authentischen Materialien.
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