Material sparen, Wirkung steigern

Neben den Aussenwänden, deren U-Werte eingehalten werden müssen und die einen grossen Einfluss auf die Ökobilanz eines Gebäudes haben, spielen auch Decken eine zentrale Rolle. Forschende der Hochschule Luzern – Technik & Architektur haben gezeigt, dass bereits eine Reduktion der Betondecenkstärke auf 16 cm den Materialbedarf deutlich senken kann. Weniger Beton bedeutet unmittelbar geringere Treibhausgasemissionen und damit einen spürbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Einlagen für Sanitär- und Lüftungsleitungen die Deckenstärke erhöhen können. Eine sorgfältige Planung ist deshalb entscheidend, um den Materialeinsatz weiterhin effizient zu halten.

Im Modul 7 „Innovation beurteilen“ des Lehrgangs „Experte/Expertin für gesundes und nachhaltiges Bauen“ lernen die Teilnehmenden, dass die Geometrie bei der Materialwahl eine zentrale Rolle spielt. Optimierte Formen ermöglichen es, Material einzusparen und gleichzeitig die notwendige Stabilität zu gewährleisten. Diese Perspektive führt zu einer differenzierteren Betrachtung von Beton, der heute oft pauschal als umweltschädlicher Baustoff gilt. Die 15,7 Mio m3 Beton, die 2019 in der Schweiz verbaut wurden, zeigen jedoch deutlich seine weiterhin grosse Bedeutung im Bauwesen.

Gleichzeitig sind Holz-Lehm-Decken bereits als nachhaltige Alternative auf dem Markt verfügbar. Konstruktionen aus Holzbalken und Stampflehm, die auch vorfabriziert werden können, bieten sowohl ökologische als auch thermische Vorteile. Beispiele der Firmen Rematter, Lehmit und Oxara zeigen, dass solche Lösungen technisch machbar sind und sich bereits in der Praxis bewähren – ein Hinweis darauf, dass sich neue Wege für zukunftsfähiges Bauen eröffnen. 

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