Die Energie steckt in der Hülle

Unterhalb von Bern macht die Aare bei Worblaufen eine weite Schlaufe. Am rechten Ufer dominiert derzeit die Baustelle der Siedlung Aarerain das Bild. Die sechs bis acht Stockwerke hohen Mehrfamilienhäuser werden künftig Platz für 189 Mietwohnungen bieten. Entwickelt wurde das Projekt von der Totalunternehmerin Losinger Marazzi und der Pensionskasse Coop. Die Siedlung wird als erste im Kanton Bern den Standard Plusenergie-Quartier erfüllen – ein Label für Quartiere, die übers Jahr hinweg mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen.
Damit die ersten Mieter:innen diesen Herbst einziehen können, laufen die Arbeiten an den Fassaden mit Hochdruck. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Dämmung von Isover: Sie ist entscheidend dafür, dass die Gebäude sowohl energetisch als auch bauphysikalisch den hohen Anforderungen entsprechen. Einerseits produzieren die Fassaden durch die Verkleidung mit Photovoltaik-Modulen Strom, andererseits sorgt die Dämmung für einen minimalen Heizenergieverbrauch. Um in möglichst kurzer Zeit die rund 5000 m2 Fassade montieren zu können, arbeiten die Bauimpuls AG aus Heimberg und die Salm Fassadenbau AG aus Säriswil parallel am Auftrag.

Zum Einsatz kommen Dämmplatten vom Typ Isover PB F 030 mit je 140 mm Dicke, die in zwei Schichten montiert werden. Die hohe Dämmleistung ermöglicht es, mit einer Gesamtstärke von 280 mm einen sehr tiefen U-Wert zu erreichen und damit die energetischen Zielsetzungen des Projekts zuverlässig zu erfüllen. Gleichzeitig erfüllen die Platten höchste Anforderungen an den Brandschutz.
Die Fassadenkonstruktion erfordert mehrere präzise aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte. An allen Häusern sind bereits die thermisch getrennten Konsolen montiert, an denen später die Unterkonstruktion für die PV-Module befestigt wird. Die Isover-Platten sind leicht und gut zu verarbeiten, was einen effizienten Baufortschritt ermöglicht und die Montage erleichtert.
Dass zwei gleich starke Dämmschichten zum Einsatz kommen, ist eine Ausnahme: Üblicherweise werden unterschiedlich dicke Lagen verwendet. Aufgrund der geforderten Stärke und der Sicherheitsvorgaben für Arbeiten auf dem Gerüst wurde hier bewusst eine Lösung gewählt, die einen reibungslosen Ablauf ermöglicht. Durch zwei identische Lagen lassen sich die erforderlichen Sicherheitsabstände einhalten.

In wenigen Tagen wird die zweite Dämmschicht an der Dachkante angekommen sein. Danach wird die Unterkonstruktion für die Fotovoltaik vorbereitet. Anschliessend können die ersten grün-bläulich eingefärbten Module montiert werden. Einmal installiert, werden sie die Häuser zu Kraftwerken machen und sich zugleich farblich ins Umfeld einfügen – in Anlehnung an die schimmernde Aare und die dunklen Wälder am gegenüberliegenden Ufer.
Während die Photovoltaik-Module Strom liefern, sorgt die Dämmung von Isover im Hintergrund für die nötige Effizienz – ein Zusammenspiel, das das Aarerain zum Plusenergie-Quartier macht.

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