Wenn neue Nutzung auf alte Räume trifft

Kirchen gehören in vielen Regionen und Städten zu den prägenden Bauwerken. Als sakrale Räume, soziale Treffpunkte und identitätsstiftende Landmarken sind sie im kollektiven Gedächtnis verankert. Das Bild heute: Immer mehr Kirchen stehen leer. Neue Konzepte für Kultur, Bildung oder Begegnung sind gefragt. Und genau hier liegt die Herausforderung: Kirchen lassen sich nicht einfach umbauen. Grosse Spannweiten stellen hohe Anforderungen an die Statik. Lange Nachhallzeiten müssen gedämpft und der Schall- und Brandschutz neuen Nutzungen angepasst werden. Gleichzeitig erlaubt die bestehende Struktur meist nur geringe Eingriffe.

Drei konkrete Projekte mit Lignatur-Elementen.
In der Sint-Jan-de-Doperkerk im niederländischen Hoeven wurde ein Gemeinschaftshaus in die bestehende Kirche integriert. Die Lösung folgt dem Prinzip „Haus im Haus“: In die historische Hülle wurde eine „Box“ als eigenständiger Baukörper, angepasst an die heutigen Baustandards, eingefügt. Ausserhalb der Box bleibt die bestehende Kirche als Raum erlebbar. Im Innern der Box bleiben die tragenden Lignatur-Deckenelemente sichtbar. Sie sorgen für eine angenehme Raumakustik. Im Gegensatz zum unbeheizten Kirchenraum sind die Elemente wärmegedämmt.
Bei der Sint-Martinuskerk im belgischen Burcht entsteht ein Multifunktionsraum, der die Offenheit des Kirchenraums erhält. Die Lösung besteht darin, in den Seitenschiffen zusätzliche Ebenen einzubauen, während im zentralen Kirchenschiff das ursprüngliche Volumen erlebbar bleibt. Die Eingriffe sind sichtbar und können bei Bedarf wieder zurückgebaut werden.
Ein drittes Pojekt ist die Sint-Godelievekerk im belgischen Baliebrugge. Hier beherbergt die Kirche neu gleich mehrere Nutzungen. Die Lignatur-Geschossdecke trennt den Bewegungsraum im Obergeschoss von den Räumen im Erdgeschoss. Dort befinden sich eine Kita, Gemeinderäume und ein Raum für Gottesdienste. Drei Projekte zeigen mit komplett unterschiedlichen Lösungen die Vorteile des modernen Holzbaus: Lignatur-Elemente vereinen dabei verschiedene Funktionen und ermöglichen es, neue Nutzungen wirtschaftlich, nachhaltig und architektonisch überzeugend umzusetzen.

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