Ein Boden als Narrativ: Mit dem Giomoflex naturo hat Uniquefloor im Barryland in Martigny ein Material geschaffen, das lokale Geschichte, handwerkliche Präzision und nachhaltige Materialforschung verbindet.
Manchmal liegt die Zukunft buchstäblich unter unseren Füssen. In Martigny, wo einst Obstbäume das Landschaftsbild prägten, steht heute das Barryland – ein Ort, der dem legendären Bernhardiner gewidmet ist. Doch das Museum ehrt nicht nur den Hund, sondern auch die Geschichte des Landes, auf dem es steht. Der Boden – gefertigt aus Kirschsteinen – ist ein Stück Identität, gegossen, geschliffen und versiegelt von der Zuger Firma Uniquefloor.
„Wir haben nach einem Bodenbelag geforscht, der grösstenteils mit natürlichen, nachwachsenden Materialien hergestellt werden kann“, erzählt Marco Palumbo, Geschäftsführer von Uniquefloor. „2016 begannen wir mit ersten Tests aus Holzschnitzeln – später kamen andere Naturmaterialien hinzu, unter anderem Kirschsteine.“ So entstand Giomoflex naturo, ein fugenloser Bodenbelag, der Handwerk, Nachhaltigkeit und Sinnlichkeit vereint.
Die Umsetzung ist alles andere als Routine. „Der Boden wird in mehreren Arbeitsschritten gefertigt. Die Kirschsteine werden vor Ort eingebaut, geschliffen, gespachtelt und versiegelt“, erklärt Palumbo. Das Schleifen sei dabei „eine der grössten Herausforderungen, weil die Kirschenkerne komplett entfernt werden müssen – ein enormer Aufwand.“ Das Resultat ist ein Boden, der lebt: durch den sogenannten Ringeffekt, der die Steine als feine Kreise sichtbar macht, und durch eine individuell eingefärbte Spachtelmasse, die ein fast grenzenloses Gestaltungsspektrum eröffnet.
Für Antoine Thétaz, Vertreter des Bauherrn Fondation Barry du Grand-Saint-Bernard, war genau dieser Charakter ausschlaggebend: „Das Grundstück war früher eine Obstwiese. Uns war wichtig, in der neuen Architektur auf diese Vergangenheit Bezug zu nehmen. Als wir den Giomoflex-Boden von Uniquefloor entdeckten, fanden wir eine Lösung, die perfekt zu unserer Vision passte – ein Material, das Geschichte erzählt und gleichzeitig ästhetisch wie funktional überzeugt.“
Dass dieser Boden zugleich Ausdruck eines ökologischen Bewusstseins ist, versteht sich fast von selbst. „Wir betreiben mit Giomoflex naturo eigentlich ein Upcycling,“ sagt Palumbo. „Nussschalen, Obstkerne und andere organische Materialien, die normalerweise entsorgt oder verbrannt würden, erhalten bei uns ein zweites Leben. Das passt zur Zeit – und zu unserer Haltung.“
Auch in puncto Langlebigkeit denkt Uniquefloor weiter als viele Mitbewerber: Der Belag lässt sich abschleifen und neu versiegeln, was ihn „bei normaler Nutzung auf eine Lebensdauer von 45 bis 60 Jahren“ bringt, wie Palumbo betont. Damit ist der Giomoflex nicht nur nachhaltig produziert, sondern auch langfristig reparabel – ein stilles, aber kraftvolles Statement gegen Wegwerfarchitektur.
Die Zusammenarbeit zwischen Uniquefloor, dem Architekturbüro Game-vs und der Fondation Barry verlief, wie Thétaz sagt, „exemplarisch“. Trotz enger Zeitpläne und technischer Hürden habe das Unternehmen „alle Kompetenzen mobilisiert, um das Bauwerk termingerecht und in der gewünschten Qualität fertigzustellen“. Für Palumbo war es vor allem die Dimension des Projekts, die reizvoll war: „Wir mussten teilweise grosse Flächen für andere Gewerke sperren und in Etappen arbeiten – das verlangte enorme Manpower. Aber genau solche Herausforderungen sind es, die uns antreiben.“
Wer heute durch das Barryland spaziert, spürt das Ergebnis dieser Arbeit nicht nur unter den Sohlen, sondern auch atmosphärisch. „Wir wollten einen warmen, einladenden Raum schaffen – in Anlehnung an die Farben unserer Bernhardinerhunde“, sagt Thétaz. „Der Boden ist für viele Besucher eines der Elemente, die am meisten auffallen: Er vermittelt Wärme, Eleganz und eine erstaunliche Ruhe.“ Was bleibt, ist ein Boden, der nicht bloss trägt, sondern erzählt – von der Handwerkskunst eines Schweizer Unternehmens, vom Respekt vor der Natur und von der Fähigkeit,
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