©Marcelo Villada Ortiz
Das ursprüngliche Gebäude wurde 1972 von den Architekten Unterlöhner + Waibel aus Ulm (Deutschland) entworfen und realisiert. Es handelt sich um einen Bau mit Sichtmauerwerk sowie Wänden in tragender Holzstruktur, gedämmt und mit Holz verkleidet. Das asymmetrische Satteldach prägt die Raumvolumen des Schlafbereichs mit seinen schrägen Wänden. Die zum Wald gerichtete Fassade ist vollständig mit vorgefertigten Dachziegelplatten verkleidet. Der Wohnraum verfügt über grosszügige Fensterflächen und öffnet sich zu einem weiten, landschaftlich reizvollen Blick auf den Agno–Porto-Ceresio-Arm des Luganersees.
Das Gebäude ist ein Einfamilienhaus mit einem Geschoss, dessen Grundriss jedoch in zwei Ebenen organisiert ist: Eingang, Küche und Wohnzimmer befinden sich auf der unteren Ebene, zwei Schlafzimmer und Bäder auf der oberen (+1,40 m). Der Wohnbereich bildet ein teilweise auf Stützen schwebendes Volumen, das ihn vom darunterliegenden Terrain absetzt. Der Schlafbereich liegt hangaufwärts.
Die Fenster waren ursprünglich mit Massivholzrahmen und Einfachverglasung ausgestattet. Der Boden ist mit roten Klinkerplatten belegt. Die Wände bestehen aus Sichtmauerwerk mit zurückversetzten Fugen, während Wohnzimmer und Schlafzimmer mit Kokosfaserteppich ausgelegt waren. Holztüren und Trennwände waren mit glänzendem Lack in Dunkelblau, Gelb und Elfenbeinweiss gestrichen. Die Beheizung erfolgte über einen Ölbrenner.
Das Renovationsprojekt von Enrico Sassi basiert auf dem Prinzip, Charakter und Ästhetik des Gebäudes zu bewahren. Technisch wurde der alte Brenner durch eine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt, neue Leitungen installiert und die Heizkörper erneuert. Sämtliche einfach verglasten Fenster wurden durch neue isolierende Doppelverglasungen ersetzt, wobei die originalen Holzrahmen erhalten blieben – mit Ausnahme der Badfenster, die vollständig erneuert wurden. Im Wohnbereich wurde unter der Bodenplatte eine zusätzliche Dämmschicht eingebracht. Der ursprüngliche Bodenbelag wurde durch einen neuen Ruckstuhl Flow Sisal-Teppich ersetzt. Alle lackierten Holzoberflächen wurden neu gestrichen, wobei die ursprünglichen Farben beibehalten, jedoch entsprechend Le Corbusiers Farbpalette Les couleurs nuanciert wurden: Bleu Outremer 59, Le Jaune Vif und Blanc Ivoire. Die alte Küche wich einer neuen Ausführung aus vollständig rostfreiem Stahl.
Text: Enrico Sassi
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