Verschiebung in die Vertikale

Die Wand als klimatisierte Fläche gewinnt an Bedeutung. Veränderte Nutzungsformen, architektonische Rahmenbedingungen und die Anforderungen im Gebäudebestand verlangen nach neuen Lösungen für die Raumklimatisierung. Zu den Treibern dieser Entwicklung zählen zunehmend komplexer werdende thermische Lasten in Räumen. Grossflächige Screens mit ihrer punktuell hohen Wärmeentwicklung oder bodentiefe Fensterfronten mit starker Sonneneinstrahlung stellen die Kühlung angesichts immer häufiger auftretender Hitzeperioden vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig stossen klassische Wasserkühl- und -heizdecken nicht selten an bauliche Grenzen, etwa aufgrund begrenzter Platzverhältnisse im Deckenhohlraum oder denkmalpflegerischer Auflagen.

Damit verlagert sich die Raumklimatisierung auf Flächen im direkten Sicht- und Greifbereich der Raumnutzer. Für Beat Schönbächler, Gründer und Inhaber der KST AG, ist diese Entwicklung die logische Konsequenz eines erweiterten Verständnisses von Raumkomfort. So entstehen aus der etablierten Deckenkompetenz zunehmend Lösungen für die Wand.

Mehr als Raumklimatisierung
“Wenn die Wand zum aktiven Klima- und Lüftungselement wird, rücken Haptik, Materialität und Ästhetik plötzlich auf dieselbe Stufe wie Wattleistung und Akustik”, erklärt Beat Schönbächler. Diese Anforderungen verlangen nach individuell entwickelten Lösungen. “Wir fertigen jedes Element kundenspezifisch an – von der ersten Skizze bis zum getesteten Prototyp”, führt Schönbächler aus. Dabei stehen sowohl die gestalterische Integration als auch die handwerkliche Präzision im Vordergrund.

Bauphysikalisch spielen Klimawände ihre Vorteile genau dort aus, wo intensive Wärmelastquellen auf kleiner Fläche abgeführt werden müssen. Durch den zusätzlichen konvektiven Wärmeübergang an der vertikalen Fläche erreichen sie eine besonders hohe spezifische Kühlleistung pro Quadratmeter und erweitern damit die Möglichkeiten moderner Raumklimatisierung.

Technik, die sich in die Architektur einfügt
Wie sich thermische Leistung und gestalterische Integration subtil verbinden lassen, zeigen zwei unterschiedlich materialisierte Schlüsselprojekte aus der KST Entwicklung.

In den denkmalgeschützten Büroräumlichkeiten der Anwaltskanzlei Barandun setzten JOP Architekten auf die Wiederverwendung bestehender Materialien sowie auf frische, warme Farbtöne als behutsame Ergänzung zum dunklen Holztäfer. Die innenliegenden Wände des grossen Sitzungsraums sind mit aktivierten, auf die bestehenden Rundungen eingepassten Wandpanels ausgestattet. Mit dem Stoff Atrium Outdoor von Kvadrat bespannt, greifen diese die historische Materialität des Gebäudes auf.

Auch bei komplexen Arealentwicklungen und modernen Arbeitswelten zeigt sich die Stärke der Einsiedler Fertigung. Im Roche LSL, der “Late Stage Development & Small Molecules Launch Facility” in Kaiseraugst bei Basel, stellen klimaaktivierte Lösungen ihre gestalterische und technische Integrationsfähigkeit unter Beweis. Im 18’500 Quadratmeter grossen Produktions- und Forschungsgebäude von Burckhardt+Partner fügt sich die Technik hinter aktivierten Wand- und Säulenverkleidungen passgenau in die Raumstruktur ein und hinterlässt lediglich spürbare Behaglichkeit.

“Unser Ziel ist es, Architekten und Fachplanern volle Freiheit bei der Materialisierung zu geben – ob Holz, Stoff, mineralische oder gar dreidimensionale Oberflächen –, ohne dass die thermische Performance Kompromisse eingehen muss”, fasst Beat Schönbächler zusammen.

Weitere Informationen zu KST Klimawänden finden Sie hier.

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