Moderne Strategien für Holzfassaden

Holzfassaden erleben eine bemerkenswerte Renaissance. Ihre ökologische Bilanz, die gestalterische Vielfalt und ihre Wirkung auf das Mikroklima machen sie im urbanen Raum besonders attraktiv. Im Gespräch erläutert Andreas Seiz, Geschäftsführer der Hartwag Holz AG, welche Eigenschaften über den Erfolg von Holzfassaden entscheiden – und worauf es bei Farben, Lebensdauer und Pflege wirklich ankommt.

Holzfassaden sind sehr im Trend. Woran liegt das?
Der Bau- und Werkstoff Holz ist ausgesprochen positiv besetzt. Er bietet nicht nur klare ökologische Vorteile, etwa bei der CO2-Bilanz, sondern trägt im Sommer auch zu angenehmen Temperaturen bei – gerade im urbanen Kontext ein entscheidender Faktor. Das dürfte einer der Gründe sein, weshalb grosse Projekte immer häufiger dort realisiert werden. Gleichzeitig bietet Holz eine enorme gestalterische Vielfalt bei vergleichsweise moderaten Kosten.

Wie sieht es denn aus mit der Lebensdauer einer Holzfassade?
Für das Holz selbst peilen wir in der Beratung einen Nutzungszyklus von mindestens 25 bis 30 Jahren an. In Kombination mit einer Oberflächenbehandlung bieten wir ein 10-Jahr-Garantiepaket an. Damit kann die Bauherrschaft davon ausgehen, dass in den ersten zehn Jahren kein Unterhalt an der Fassade nötig wird – und das gilt auch für voll bewitterte Bauteile. Verfügt die Fassade über konstruktiven Witterungsschutz, verlängern sich diese Zeiträume erheblich. Gleiches gilt für wetterabgewandte Gebäudeseiten.

Konkret?
Es gibt viele Beispiele von Bauten, die mehrere Hundert Jahre alt sind. Entscheidend ist, dass die durchschnittliche Holzfeuchte so tief bleibt, dass holzzerstörende Pilze keinen Nährboden finden. Früher baute man generell stärker auf Dauerhaftigkeit und weniger auf Ästhetik. Schmale Horizontalfugen etwa erschweren das Austrocknen der Stirnseiten.

Welche Rolle spielen Farben?
In der Architektur spielt Farbe immer eine grosse Rolle. Die Antwort hat mehrere Ebenen.
Technisch betrachtet ist Holz hygroskopisch – es schwindet und quillt. Farben sollten daher elastisch, wasserabweisend und dennoch diffusionsoffen sein, also einen tiefen sd-Wert aufweisen. Das erfüllen nicht alle Systeme.
Zur Haptik: Nicht jeder Farbton wirkt auf Holz gleich, manche führen zu einer Entmaterialisierung des Untergrunds. Für Fassaden eignet sich ein sägeroher Untergrund besonders gut, da die Holzstruktur auch nach der Beschichtung sichtbar bleibt. Lasierende Anstriche sind nur bei gut geschützten Fassadenflächen sinnvoll, da der Pflegeaufwand sonst zu hoch ist. Bei bewitterten Flächen braucht es unter der Lasur eine Druckimprägnierung.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Sie in der Beratung häufig Silverwood® Color empfehlen. Warum?
In den vergangenen 15 Jahren wurden in der Schweiz über 2,5 Mio. m2 Fassadenflächen mit Silverwood® beschichtet. Was als reine Vorvergrauung begann, wurde stetig weiterentwickelt. Heute ist es ein bewährtes System, das sich zudem sehr einfach auffrischen lässt. Silverwood® Color ist unkompliziert, zuverlässig und kostengünstig. Der einzige Nachteil: Es braucht für die Trocknung viel Zeit.
Natürlich gibt es auch andere gute Farbsysteme. Doch sobald es um Garantien geht, wird es komplex. Farblieferanten bieten meist keine belastbaren Garantien. Die Garantie inklusive Farbbeschichtung bieten wir als Hersteller des Holzes.

Zum Schluss: Gibt es den idealen Farbton für eine Holzfassade?
Wenn man davon ausgeht, dass an der Fassade möglichst wenig gemacht werden soll, empfiehlt es sich, sich am natürlichen Vergrauungston zu orientieren, den Holz ohne Behandlung bei voller Bewitterung annimmt. Dieser liegt im Bereich von NCS S-5000-N.

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie hier.

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