Wer durch das Arbeiterquartier St. Johann spaziert, begegnet plötzlich einem massiven Betonbau, der sich schlicht und monumental aus der Häuserreihe löst: der Antoniuskirche. Turm und Portal treten aus der Flucht hervor, als würde die Stadt selbst ihr Raum geben. Das Gebäude gilt als erste reine Betonkirche der Schweiz und als bahnbrechendes Werk des modernen Sakralbaus. Bevor der gekannte Brutalismus entstand, markierte sie einen frühen und mutigen Umgang mit Sichtbeton als ästhetischem Ausdruck. Ihre dreischiffige Halle mit roh belassenen Pfeilern, tonnenförmiger Kassettendecke und farbigen Glasfenstern vermittelt eine eindringliche Schlichtheit und spirituelle Dichte, die den Kirchenraum zu einem Gesamtkunstwerk macht.
Karl Moser, Professor an der ETH Zürich, führte mit diesem Bau den Kirchenbau in die Moderne. Sein Werk verband technische Rationalität mit spiritueller Tiefe und prägte eine ganze Architektengeneration. Mit diesem Projekt setzte er ein Zeichen für eine neue Ehrlichkeit im Umgang mit Material und Raum, die weit über Basel hinaus wirkte.
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von Archibatch
