Neu belebt im Geist der 70er-Jahre

Ein Wohnhaus am Hang von Lupsingen, das 1972 als Erstlingswerk zweier junger Architekten entstand, wurde fünf Jahrzehnte später umfassend energetisch saniert – ohne seine charakteristische Erscheinung, räumliche Grosszügigkeit und konstruktive Klarheit zu verlieren. Das Projekt zeigt, wie ein respektvoller Umgang mit der Bausubstanz und heutige energetische Standards Hand in Hand gehen können.

Als Hermann Eppler und Luca Maraini 1972 ihr erstes Wohnhaus in Lupsingen realisierten, stand es noch zwischen Kirsch- und Apfelbäumen. Heute ist der Hang „In den Reben” dicht bebaut. Umso mehr fällt der zweigeschossige Baukörper mit flach geneigtem Giebeldach bis heute durch seine längsseitige Setzung am Hang und seine puristische Materialisierung auf – ein Solitär, der sich selbst treu geblieben ist.

Grosszügigkeit als Raumprinzip
Das Raumkonzept des Hauses ist geprägt von Offenheit: Küche, Wohnessbereich, Arbeitsecke und Galerie verschmelzen über eine einläufige Treppe mit der Halle im Untergeschoss zu einem zweigeschossigen Grossraum. Nur die Schlafräume – das Elternzimmer mit Bad im Obergeschoss sowie vier Kinderzimmer mit Bad im Untergeschoss – sind abgeschlossene Einheiten. Diese räumliche Grosszügigkeit über alle Dimensionen hinweg ist in heutigen Neubauten selten geworden.

Sanieren ohne Substanzverlust
Die Herausforderung der Sanierung durch Ansgar Staudt Architekten lag darin, die energetische Performance deutlich zu steigern – ohne den Geist des Hauses zu verändern. Trotz geringer Raumhöhen im Untergeschoss (nur 2,30 m) wurde der Bodenaufbau bis auf das Fundament zurückgebaut, zweischichtig gedämmt und mit einem schlanken Fermacell-Fussbodenheizungssystem versehen, das mit Massivholzparkett abschliesst. Die lichte Raumhöhe blieb dabei nahezu erhalten.

Wärme neu gedacht
Das einst mit Nachtspeicheröfen und Cheminée beheizte Haus wurde auf ein zeitgemässes Energiekonzept umgestellt: Zwei 170 m tiefe Erdsonden versorgen eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die sowohl für Heizung als auch Kühlung sorgt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert den nötigen Strom. Die thermische Hülle wurde innenseitig mit offenporigem Dämmmaterial gedämmt und mit weissem Lehmputz versehen – ein bewusster Bruch mit der früher sichtbaren Kalksandsteinoptik, der dennoch die Schlichtheit des Originals bewahrt.

Respektvolle Transformation
Charakteristische Bauteile aus den 1970er-Jahren wurden erhalten, angepasst, neu beschichtet und wieder eingebaut – darunter auch das markante Blau, das dem Haus seine subtile Signatur verleiht. So wurde aus dem energetisch überholten Bau ein Haus, das heutigen Standards entspricht, ohne seine Herkunft zu verleugnen.

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