Die Gemeinschaft spricht Architektur
Mit „Die Gemeinschaft spricht Architektur“ legt das Architektur Forum Ostschweiz gemeinsam mit Elias Baumgarten eine Publikation vor, die Architektur nicht nur als gebaute Form, sondern als gesellschaftliche Praxis begreift. Der im Triest Verlag erschienene Band versammelt 32 ausgewählte Beiträge aus der Reihe „Gutes Bauen Ostschweiz“ und führt damit die in den vergangenen Jahren geführte Debatte über regionale Baukultur in einer Anthologie zusammen. Auf rund 240 Seiten und mit zahlreichen Abbildungen entsteht so ein vielschichtiges Panorama aktueller Architektur-, Landschafts- und Raumplanungsfragen in der Ostschweiz.
Im Mittelpunkt stehen Projekte, die über das Einzelobjekt hinausweisen und grundsätzliche Fragen des Bauens verhandeln: Wie lässt sich mit dem Bestand weiterbauen? Welche Wohnformen braucht eine sich wandelnde Gesellschaft? Wie kann Architektur auf Ressourcenknappheit, Klimakrise und gesellschaftliche Fragmentierung reagieren? Die vorgestellten Bauten, Landschaftsgestaltungen und planerischen Interventionen dienen dabei nicht nur als Beispiele gelungener Architektur, sondern als Ausgangspunkte für eine breitere Diskussion über Baukultur als gemeinschaftliche Aufgabe.
Besonders spannend ist, dass der Band die Perspektive bewusst erweitert. Ergänzt werden die Projektbeiträge durch vier Gruppeninterviews mit Stimmen aus Architektur, Politik, Forschung, Bauwirtschaft und Vereinsleben. Dadurch verschiebt sich der Fokus von der reinen Werkbetrachtung hin zu den Bedingungen, unter denen Architektur entsteht und wirksam wird. Themen wie Bauwende, Weiterbauen, nachhaltige Materialien, Gemeinsinn und die soziale Verantwortung des Entwerfens werden nicht abstrakt verhandelt, sondern im Dialog mit ganz unterschiedlichen Akteur:innen greifbar gemacht.
So versteht sich die Publikation weniger als klassische Projektschau denn als Diskussionsbeitrag zur Gegenwart des Bauens. Sie zeigt, wie eng Fragen von Gestaltung, Planung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und regionaler Identität miteinander verknüpft sind – und plädiert dafür, Architektur als kollektiven Aushandlungsprozess zu lesen. Gerade darin liegt ihre Stärke: Das Buch dokumentiert nicht nur Baukultur, sondern macht sichtbar, dass sie immer im Austausch mit Öffentlichkeit, Politik und Alltag entsteht.
Buchdetails
Verlag: Triest Verlag
Sprache: Deutsch
Dimensionen: 20 x 25 cm, 248 Seiten
ISBN: 978-3-03863-106-4
Preis: CHF 39,00

