Holzmodule auf Reisen

Holzmodule auf Reisen

Die neuen Räumlichkeiten des Architekturbüros FAT Architetcts Sarl überzeugen durch ihre optimal Raumnutzung. Dass das schicke kleine Bürogebäude eine lange Reise hinter sich hat und vorher als Berghütte hoch oben auf einem Ostschweizer Berggipfel stand, würde man nicht für möglich halten. Eine Geschichte von Verwandlung und nachhaltigem Holzmodulbau.

Sie beginnt im Jahr 2014 mit dem Bau des neuen Bergrestaurants auf dem Chäserrugg nach den Plänen von Herzog & De Meuron. Die Holzspezialistin Blumer-Lehmann AG setzte den modernen Holzbau auf 2262 m ü. M. um und errichtete zusätzlich ein Provisorium aus Holzmodulen, das während der Bauphase als Restaurant diente. Per Seilbahn wurden die vorgefertigten Holzmodule damals auf den Chäserrugg transportiert. Und per Helikopter flogen sie wieder hinab ins Tal, nachdem das neue Gipfelrestaurant eröffnet wurde. Zwischengelagert wurden die Module im Werk der Blumer-Lehmann AG, dort erregten sie Jahre später das Interesse von FAT Architects.

 

Die Reise der Holzmodule

Überzeugt von den Möglichkeiten, planten FAT Architects im 2019 die Umnutzung der Holzmodule als eigenes Bürogebäude. Während vier Wochen rüstete Blumer Lehmann die Module neu aus. Diese Vorfertigungszeit reichte aus, um parallel dazu das Baugelände in Luxemburg vorzubereiten. Per Tieflader reisten die Holzmodule an ihren neuen Bestimmungsort. Dort wurden sie innerhalb von sechs Stunden montiert und waren nach weiteren zwei Tagen Arbeit vor Ort bezugsbereit.

 

©Blumer-Lehmann

©Blumer-Lehmann

Modulbau mit Vorzeigecharakter

Das ist flexibler und vielseitiger Holzmodulbau: Einige zusätzliche Wände im Innern, gelochte 3-Schichtplatten für die Deckenverkleidung, eine Treppe und eine horizontale Rhomboid-Fassadenschalung reichten, um aus der rustikalen Berghütte einen kleinen, feinen Büromodulbau im Minergie-Standard mit circa 80 m2 Fläche auf zwei Stockwerken zu gestalten. Büro, Besprechungs- beziehungsweise Ausstellungsraum, Küche, Entrée, Toilette und Dusche finden darin Platz. Elektroheizkörper sorgen für Wärme und ein Kleinboiler für heisses Wasser.

 

Nachhaltiger Lebenszyklus von Modul und Material

Auch FAT Architects nutzen die Holzmodule nur temporär. Bei Bedarf werden die Module erneut umgebaut und wiederverwendet. Zwanzig Jahre lang könnten sie so weiterreisen und stets neue Bestimmungen finden. Am Ende ihrer Lebensdauer lassen sie sich komplett zurückbauen und ihre Bestandteile im Stoffkreislauf wiederaufbereiten.

www.blumer-lehmann.ch/modulbau 

©Jan Malburg

©Jan Malburg

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