Making Of: Mira-X Silencia-Vorhänge

Making Of: Mira-X Silencia-Vorhänge

Domenica Tischhauser ist Fachspezialistin für Gardinen, Dekorations- und Möbelstoffe bei Tisca Tiara. In einem Interview mit Modulør beleuchtet sie Hintergründe der Vorhangsgestaltung und erlaubt uns einen Blick in die Produktion von Mira-X Silencia.

Wo liegen die Unterschiede der „Mira-X Silencia“-Vorhänge, verglichen mit herkömmlichen Textilien, die über schallabsorbierende Eigenschaften verfügen?
Mit diesen Stoffen ist es uns gelungen, feine und durchscheinende Stoffe, das heisst Gardinen zu produzieren, die sehr hohe Lärmabsorptionswerte aufweisen. In der Vergangenheit waren diese Werte nur mit Dekorationsstoffen zu erreichen. Unsere „Silencia“-Kollektion weist einen weichen textilen Griff auf, die Stoffe sind dadurch nicht nur angenehm anzufassen, sondern auch leicht fallend. Der Unterschied liegt also vor allem in der Ästhetik, die mit den leichten Stoffen erzeugt werden kann.

Welche weiteren Funktionen und Vorteile bieten diese Vorhänge neben ihren schallschluckenden Eigenschaften?
Durch die spezielle Kombination aus Webkonstruktion und Garn reflektieren die Gardinen das Sonnenlicht stärker. Dadurch sorgen sie für eine geringere Aufwärmung eines Raumes beziehungsweise für ein angenehmeres Raumklima. Zusätzlich reduzieren die „Silencia“-Artikel bis zu 38 Prozent mehr der UV-Strahlung verglichen mit herkömmlichen Gardinen und schützen so Möbel, Bilder und weitere Gegenstände im Raum. Die Stoffe sind pflegeleicht und können bei 60° C gewaschen werden. Und dank unserer modernen Produktionsmöglichkeiten sind wir in der Lage, die Stoffe der „Silencia“-Kollekiton zu einem erstaunlich tiefen Preis anzubieten.

Wie wird ein Material auf seine Schallabsorption geprüft?
Die Absorptionsfähigkeit eines Materials ist abhängig von der Frequenz des Tons oder des Lärms, der absorbiert wird. Die genaueste Kennzahl für die Schallabsorption eines Materials ist der frequenzabhängige Schallabsorptionsgrad. Dieser wird in einem Hallraumverfahren ermittelt: Dabei wird eine Probe des Materials im Hallraum angebracht, dessen Nachhallzeit zunächst ohne Probe bestimmt wurde. Aus der Änderung der Nachhallzeit lässt sich schliesslich der Schallabsorptionsgrad ermitteln, ausserdem beschreibt das Hallraumverfahren das Apsorbtionsverhalten des Materials. Das heisst, in welchem Masse und bei welchen Frequenzen das Material den Schall wie absorbiert.

Unterscheiden sich die Stoffe der „Mira-X Silencia“-Kollektion in Bezug auf ihre Herstellung und Verarbeitung, verglichen mit den gängigen Vorhangstoffen?
Für die Herstellung der „Silencia“-Kollektion wurden neue Garne eingesetzt, die andererseits in spezifisch optimierten Bindungen verwebt werden. Das Zusammenspiel von Garn und Webbindung ist dabei entscheidend und eine Wissenschaft für sich. Entsprechend intensiv hat sich unser Entwicklungsteam damit auseinandergesetzt. Und schliesslich mussten wir das Entwicklungsresultat auch „produzierbar“ machen, was das Produktionsteam wiederum vor einige Herausforderungen stellte. Mit Blick auf die neue Funktionalität des Stoffes hat sich der Einsatz aber gelohnt, und daraus resultieren auch die verbesserten Akustikwerte.

Sahen Sie sich während der Entwicklung mit Schwierigkeiten konfrontiert?
Ja, wir wurden während der Entwicklung mit unterschiedlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Vor allem in der Produktion – das heisst in der Weberei – mussten wir verschiedene Anläufe nehmen, bis alles passte. Dank dem Austausch zwischen den Mitarbeitenden aller Entwicklungs- und Produktionsbereichen ist es uns aber gelungen, diese Herausforderungen zu meistern. Eine Kollektion mit neuartigen Funktionalitäten kann nur mit einem gut funktionierenden Team entwickelt werden.

Planen Sie, die Technologie weiterzuentwickeln? Gibt es andere Bereiche in denen diese Textilien angewandt werden können?
Auf jeden Fall sind wir daran interessiert, das Wissen, das wir uns mit dieser „Silencia“-Kollektion angeeignet haben, weiterzuentwickeln. Wir sind diesbezüglich bereits im Gespräch mit Partnern aus ganz anderen Bereichen. Das Thema ist und bleibt sehr spannend.

 

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