Vermittelndes Fassadengitter

Auf einem ehemaligen Industrieareal in Dübendorf entsteht ein wegweisendes Projekt. Das neue Quartier „Im Giessen“ zwischen dem Uferweg der Glatt und der Überlandstrasse wächst bis 2022 in vier Etappen. Den Leuchtturm des Projekts stellt der 25-geschossige „Giessenturm“ dar. Dieser glänzt unter anderem mit einer Fassade aus 1254 werkseitig vorgefertigten Elementen auf Basis des Systems Schüco AWS 75 SI.

Mit 85 m Höhe ist der neue „Giessenturm“ das höchste Gebäude von Dübendorf. Das wegweisende Projekt zu dem er gehört, steht für die Entwicklungsziele der Stadt. Um den Raum an der Glatt aufzuwerten, sollen „Im Giessen“ über 300 Wohnungen, eine Altersresidenz, Seniorenwohnungen, Gewerberäume und Ladenflächen entstehen und so eine innere Verdichtung der Stadt erreicht werden. 

Der Komplex des Giessenturms besteht aus einem viergeschossigen rechteckig langgestreckten Bau, auf den ein quadratischer Hochhausturm aufgesetzt ist. Mit einer Drehung greifen die beiden Gebäudeteile ineinander. In den vier Sockelgeschossen entstehen altersgerechte Appartements mit Rundumpflege. Dazu kommen ein Restaurationsbetrieb sowie Mehrzweck- und Gewerberäume im Erdgeschoss. Im Turm befinden sich 80 Seniorenwohnungen sowie 50 weitere Wohneinheiten.

Lebendige Hülle
Der Turm erhält durch gestalterisch angeordnete Fassadenelemente und 131 Loggias ein lebendiges Gesicht. Die in Aluminiumrahmen eingefassten Fassadenelemente variieren in der Breite und in der Öffnungsart und verflechten sich zu einer eleganten Hülle. Das so entstehende „Fassadengitter“ überspannt beide Gebäudeteile zu einer skulpturalen Einheit. Durch seine bronzefarbene Materialisierung wird zusätzlich ein Bezug zu den typischen Backsteinfassaden und den Rostoberflächenstrukturen industrieller Bauten hergestellt, wie sie früher in diesem Umfeld beheimatet waren. 

Die insgesamt 1254 Fassadenelemente setzen sich aus drei Grundtypen zusammen, ergänzt durch Eck- und Loggia-Elemente. Die Metallbauer der Geilinger AG setzten alle Komponenten, inklusive Gläser, Raffstoren, Brüstungen und Blenden werkseitig zu montagefertigen Elementen zusammen. Alle Teile spannen geschosshoch über drei Meter und gliedern sich in Flügelelemente zum Öffnen, fest verglaste und opake Elemente. Das jeweilige Flügelelement besteht aus einem tragenden, innen umlaufenden Aluminiumrahmen, aufgebaut aus Sonderprofilen des Elementsystems der Serie AWS 75 SI, in das zwei Dichtungsebenen integriert sind. Zwischen die Deckenstirne geschoben und bis 900 mm unter die Decke reichend liegt der Schutz gegen Brandüberschlag. Das Standardfenstersystem AWS 75.SI (Super Insulated) für die Bautiefe 75 mm ist Bestandteil der AWS Systemplattform und die Basis für verschiedenste Anwendungen in energieeffizienten Gebäudehüllen. Neben Eck- und Statikpfosten, symmetrischen und asymmetrischen Pfosten bietet die Plattform auch verschiedene Designvarianten sowie weitere Kombinationsmöglichkeiten, zum Beispiel mit Sonnenschutzsystemen.

Auf der Südseite des Gebäudes entsteht durch leichtes Zurückspringen der Fassade eine Arkade. Dahinter nimmt die Pfosten-Riegel-Fassade das Erdgeschoss fast vollständig ein. In ihr befinden sich auch die Haupteingänge (Schiebetüren mit Windfang) und der Zugang zu den Gewerberäumen. Das neue Wohn-Hochhaus erfüllt auch dank der hervorragend isolierten Fassade den Minergie-Standard unter Einhaltung der Minergie-ECO-Ausschlusskriterien sowie die Nachhaltigkeitskriterien des Gütesiegels greenproperty.

Weitere Informationen zur Jansen AG finden Sie hier.

BAUTAFEL:

Bauherr: Credit Suisse Real Estate Fund Siat
Architektur: atelier www AG, Zürich
Metallbauer: Geilinger AG, Winterthur
Produkte: Schüco AWS 75
Text: Nicola Schröder, Conzept-B Zürich
Fotos: Roland Hof, Kirchberg

Bildrechte: Jansen AG, Oberriet/CH

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