Wohnen neu gedacht

Wohnen neu gedacht

Die Stuttgarter Wohnhochhäuser „Romeo und Julia“ stellen Scharouns speziellsten Versuch dar, die Wohnvorgänge neu zu entwerfen. Typisch für seine Grundrisse sind kristalline Geometrien, die durch Repetition und Aneinanderreihung entstehen.

Die Grundrissentwürfe Hans Scharouns basieren auf dessen umfangreicher Forschung und Auseinandersetzung mit diversen wissenschaftlichen Systemen. Vor allem seine Vorlesungen in den Jahren 1947 bis 1958 verdeutlichen, wie sehr seine entwerferischen Arbeiten auf theoretischen Grundlagen und Diskussionen der Wohnbauforschung aufbauen. Charakteristisch für seine komplexen Grundrisse sind deren kristallinen Erscheinungen, die durch Repetition und Aneinanderreihung zu den allein stehenden Wohnhochhäusern wachsen. 

 

Hans Scharoun (1893-1972), 187 Stuttgart-Zuffenhausen, Schozacher Straße 40, Schabbacher Straße 15, Wohnhochhausgruppe „Romeo und Julia“*, 1954-1959: Lageplan (1:500). Kopie: Fotomechanische Kopie auf Papier, 49,6x78 (Scanmaß h x b). Inv. Nr. SCH WV 187/064.

Hans Scharoun (1893-1972), 187 Stuttgart-Zuffenhausen, Schozacher Straße 40, Schabbacher Straße 15, Wohnhochhausgruppe „Romeo und Julia“*, 1954-1959: Grundriss (1:100). Kopie: Diazotypie auf Papier, 59,1x80,7 (Scanmaß h x b). Inv. Nr. SCH WV 187/005.

Den speziellsten Versuch, die Wohnvorgänge neu zu entwerfen stellen die Stuttgarter Wohnhochhäuser „Romeo und Julia“ dar: In „Hans Scharoun und die Entwicklung der Kleinwohnungsgrundrisse“ greifen Markus Peter und Ulrike Tillmann ebenjenes Projekt auf, um den Dialog zwischen Theorie und Praxis aufzuzeigen. Neben umfangreichem Planmaterial aus dem Baukunstarchiv der Akademie der Künste und historischen Fotos begleiten Fotografien von Georg Aerni auf den 256 Seiten die Auseinandersetzung mit Scharouns Entwurfsprinzipien.