Wasserversorgungsprojekt in Khema

Ende August hat es IngOG+ rund um Johrina Cron für knapp drei Wochen in die nördlichste Region Indiens, nach Ladakh, verschlagen. Nach erfolgreicher Akklimatisierung an die Höhenlage ging es für die 6er-Gruppe in das Dorf Khema auf 4200 m ü. M., wo gemeinsam mit lokalen Partnern wie „Navikarana Trust“ – eine NGO rund um Wasserversorgungs- und Solarenergieprojekte –Lösungen für die lokale Versorgung erarbeitet werden sollen.

Johrina, du bist relativ neu im Vorstand von IngOG+. Wie kam es dazu?
Erstmals habe ich während meines Bachelorstudiums vom Verein gehört, als Katharina, die damalige Vereinspräsidentin, an einem Lunch-Seminar der ETH IngOG+ vorgestellt hat. Da mich die Entwicklungszusammenarbeit schon immer begeistert hat, war mein Interesse für den Verein sofort geweckt. Im Sommer 2021 bin ich dann ein offizielles IngOG+-Mitglied geworden und seither im Eventteam sowie im Vorstand aktiv und bei zwei Projekten in Indien involviert.

Vor kurzem bist du nach Nordindien gereist, um dort für ein Projekt zu recherchieren. Was genau stand im Zentrum der Reise?
Bei unserem Projekt in Ladakh, Nordindien, handelt es sich um ein Wasserversorgungsprojekt für ein Dorf namens Khema, welches auf 4200 m  ü. M. liegt. Aufgrund des Klimawandels kämpfen die Einheimischen mit einem Wasserdefizit – vor allem im Frühling. Der Schneemangel im Winter lässt die Schmelzwassersaison immer später beginnen und eröffnet somit den Teufelskreis. Momentan befinden wir uns am Ende der Evaluationsphase des Projekts, darum war jene Reise nötig. Wir wollten uns vor Ort noch mehr grundlegende Informationen beschaffen, die Dorfgemeinschaft sowie deren Kultur kennenlernen und zudem lokale Partnerorganisationen finden.

In Khema habt ihr auch der lokalen Architektur eure Aufmerksamkeit geschenkt. Was konntet ihr von der Bauweise Nordindiens lernen?
Bereits innerhalb der ersten Tage ist uns bewusst geworden, wie divers die Bauweise der Region Ladakh ist. So werden z. B. fast alle Baumaterialien vor Ort gewonnen, da der Boden extrem sand- und kieshaltig ist. Wunderschön ist auch der traditionelle Holzbau, dessen Fensterrahmen reichlich mit Schnitzereien verziert sind. Doch insbesondere haben uns die „solar passive houses“ fasziniert, die mit ihrer Isolation, der Südausrichtung ihrer Fassaden sowie doppelt verglasten Fenstern besonders wärmeeffizient sind. Denn auf der Innenseite der Fenster befindet sich jeweils eine schwarze Wand, die zusammen mit der starken Sonneneinstrahlung einen passiven Heizeffekt im Gebäude verursacht. Diese Bauweise möchten wir nun auch in unserem Projekt integrieren und darin eine Pumpanlage, ein Wasserreservoir sowie einen Waschraum unterbringen.

Derzeit absolvierst du ein Masterstudium in Umweltingenieurwesen an der ETH Zürich. Profitieren deine Ausbildung und dein freiwilliger Einsatz bei IngOG+ voneinander?
Ja, das kann man durchaus sagen. Es ist sehr spannend und auch herausfordernd, mein theoretisches Wissen an einem Praxisbeispiel anwenden zu können und vor allem meine Kenntnisse zum Wasserressourcenmanagement einbringen zu können. Durch mein Vorstandsressort bei IngOG+ bekomme ich hingegen auch Einblicke in Themen wie Kommunikation und Fundraising, die nichts mit meinem Studium zu tun haben.

Welche Errungenschaften und positiven Momente in der letzten Zeit bestärken
dich in deinem Einsatz für den Verein?
Insbesondere der persönliche Austausch mit den Vereinsmitgliedern und anderen Kulturen sowie natürlich die Vereinevents, die nun endlich wieder stattfinden können.

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