Spitalerweiterung in Ratnanagar, Nepal

Von der Planung über den Bau bis hin zur Finanzierung: „Ingenieure ohne Grenzen“ unterstützt die Spitalerweiterung in Ratnanagar, Nepal.

In der ländlichen Region im Süden Nepals fehlt es einem Grossteil der Bevölkerung an einem Zugang zu medizinischer Versorgung. Rasant steigende Geburtenzahlen sprengen die Kapazität des Spitals in Ratnanagar – platztechnisch als auch funktional. Um dem entgegenzuwirken, wurde das Projekt Ratnanagar „Spitalerweiterung für Frauen- und Geburtsmedizin” durch den Verein Spital Limmattal ins Leben gerufen, das seit 2019 von IngOG+ begleitet wird. Angefangen von der Planung über den Bau bis hin zur Finanzierung unterstützt „Ingenieure ohne Grenzen“ die Spitalerweiterung, mit deren Bau 2021 begonnen werden soll.

Andreas, seit knapp vier Jahren sind Sie im Vorstand von „Ingenieure ohne Grenzen“ und zudem Projektleiter der „Spitalerweiterung für Frauen- und Geburtsmedizin in Ratnanagar, Nepal“. Wie kam es zu dem gemeinsamen Projekt mit dem Verein Spital Limmattal?
Unser Verein widmet sich seit 2009 Projekten, die Gemeinschaften helfen, die durch Armut, geografische oder politische Isolation und fehlende Unterstützung ihre Grundbedürfnisse nicht selbst decken können. Wir zählen aktuell rund 20 aktive Mitglieder, die sich in mehreren Projekten engagieren, sowie über 100 weitere Partner und Mithelfende. In 2019 feierten wir sein zehnjähriges Bestehen zusammen mit breitem Publikum. Davon erfuhr auch Thomas Brack vom Verein „Spital Limmattal“, der bereits seit mehreren Jahren eben jenes Spital in Nepal unterstützt und uns die Zusammenarbeit anbot, sie bei ihrem nächsten Schritt, der Spitalerweiterung zu begleiten.

Ihr Projekt geht über die Schweizer Grenze hinaus. Worin stellen sich für Sie die grössten Hürden dar – abseits der örtlichen Distanz?
Die grössten Herausforderungen bestehen sicherlich in den kulturellen und gesellschaftlichen Unterschieden. Ein Spital in Nepal funktioniert anders als in der Schweiz, die Abläufe und die Bedürfnisse der Menschen vor Ort unterscheiden sich stark und sind für uns teilweise schwer nachvollziehbar. Dennoch merkt man schnell, dass alles auch auf andere und ungewohnte Weise funktionieren kann und seine Berechtigung besitzt. Es sind dort oftmals nur geringe Mittel notwendig, um grosse Wirkung und positive Veränderungen zu erreichen. Gegenseitiges Verstehen, Verständnis und Akzeptanz sind für mich der Schlüssel zum Erfolg. Insbesondere im internationalen Kontext sind eine offene und lebensbejahende Art sowie eine gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz  existenziell für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Woraus ziehen Sie die grösste Motivation, um die Spitalerweiterung mit dem nötigen Engagement voranzutreiben?
Ein wichtiger Antrieb für mich ist die Leidenschaft, Menschen positiv zu beeinflussen und im Rahmen meiner Möglichkeit Dinge gemeinsam bewegen zu können. Der Verein und das Projekt in Nepal ermöglichen mir, meinen Teil zur Verbesserung menschlicher Lebensverhältnisse beizutragen und Lösungen für unsere globalen Herausforderungen zu finden. Dabei geht es mir auch darum, andere Menschen zu ermutigen sowie zu befähigen, ihre Probleme und Herausforderungen nachhaltig und selbst zu lösen.

Ein Interview mit Thomas Brack über das Projekt finden Sie hier.

Mehr zu dem Projekt und dem Verein „Ingenieure ohne Grenzen“ finden Sie hier.

Portrait Andreas Wende
Andreas Wende ist Projektentwickler, studierter Architekt und Ökonom.

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