Dialog des Zwischenraums

Dialog des Zwischenraums

Oft wird dem Raum zwischen den Gebäuden nicht genug Bedeutung gegeben. Was daraus folgt, ist eine uniforme Brache aus glatten Fassaden, Abstandsgrün und Verbotsschildern, die spontane gemeinschaftliche Aktivitäten nicht zulässt oder zumindest erschwert. Dabei hat genau dieser Raum so viel Potenzial.

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Hochschule Luzern untersuchte ausgewählte Wohnquartiere in Zürich, Zug und Luzern bezüglich dieses Themas. Im Fokus stand der sogenannte „erweiterte Fassadenraum“, der die Gebäudehülle, den Zwischenraum bis zur gegenüberliegenden Fassade und die dahinterliegenden Innenräume umfasst. Dazu beobachtete das Team, wie Bewohnerinnen und Bewohner mit Übergängen zwischen Öffentlich und Privat umgehen und welche Funktion die Gestaltung dieses Raums hat. Im Gespräch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern stellte sich heraus, welche Wirkung die bauliche Gestaltung des Zwischenraums hat – ob sie das Wechselspiel zwischen Rückzug und Austausch fördert oder vernachlässigt. Das Resultat der Studie ist keine Handlungsanweisung, sondern ein „Vokabular des Zwischenraums“, ein Nachschlagewerk. Es soll einen kreativen Impuls geben, sich mit diesem Raum – gerade in den Zeiten der Verdichtung – zu befassen.

Fallstudie Dreieck, Balkon. © Adèle Ridereau