Beziehung zwischen Kunst, Raum und Design

Beziehung zwischen Kunst, Raum und Design

Kunst, Design und Architektur sind manchmal fest ineinander verwoben, manchmal ist der Bezug erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Die Ausstellungen im Vitra Design Museum und in der Fondation Beyeler bewegen sich zwischen diesen drei Welten, die verwandt und doch so verschieden sind.

Installationsansicht Fondation Beyeler

Kunst beeinflusst Architektur, Raum oder Design und umgekehrt. Aber in welcher Beziehung und gegenseitigen Abhängigkeit stehen sie? Damit befassen sich derzeit gleich zwei grosse Institutionen in Basel und Umgebung. Während das Vitra Design Museum die Brücke vom Surrealismus zum Design und zur Architektur schlägt, zeigt die Fondation Beyeler anhand der Werke von fünf prominenten Künstlerinnen ihre unterschiedlichen Beziehungen zum Raum. 

In der Vitra Ausstellung „Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924 – heute“ bildet das surrealistische Manifest des Dichters André Breton (1924) den Ausgangspunkt; darauf aufbauend werden die Einflüsse von dem Kunstbegriff auf das Design von Möbeln, Film, Mode und Fotografie ab den 1930er-Jahren mit einigen hochkarätigen Werken von René Magritte und Max Ernst vorgestellt und als Gegenbewegung zur rationalen und funktionalen „Moderne“ sichtbar gemacht. In der Nachkriegszeit begannen Designer ähnlich wie Künstler das scheinbar Gewöhnliche aus seinem Kontext zu nehmen, es zu entfremden. Unter dem Titel „Liebe, Erotik und Sexualität“ zeigt die Ausstellung u. a. Möbel und Interieurs der Designer Carlo Molino, Meret Oppenheim, Salvador Dalí. Die Suche nach Begierde, nach der Fiktion, ist bis heute spürbar – als Gegenbewegung zur technischen, funktionalen Welt, etwa bei Dunne & Rabys „Designs for an Overpopulated Planet: The Foragers“ (2009). 

Die Fondation Beyeler zeigt mit „Resonating Spaces“ erneut, wie gut diese Architektur künstlerisches Schaffen ausstellen und fassen kann. Der Klang der Soundinstallationen von Susan Philipsz erfüllt die Räume. Toba Khedoori nutzt das gleissende Licht, um die Spuren aus Staub, Haaren und Schmutzpartikeln auf ihren wachsüberzogenen Papierbahnen zur Geltung zu bringen. Rachel Whiteread kehrt mit ihren Objektabgüssen – im wahrsten Sinn des Wortes – das Innere nach aussen. Silvia Bächli misst die Abstände in den Räumen aus und komponiert mit ihren Linienzeichnungen den Raum. Die sinnlichen taktilen Hängekonstruktionen von Leonor Antunes kleiden sogleich einen ganzen Raum neu aus. Gemeinsam lassen diese Werke uns den „leeren“ Raum neu verstehen.

Vitra Design Museum: 28. September 2019 – 19. Januar 2020
Fondation Beyeler: 06. Oktober 2019 – 26. Januar 2020 

 

Text: Katharina Marchal

Installationsansicht Fondation Beyeler

Installationsansicht Fondation Beyeler

Installationsansicht Fondation Beyeler

Installationsansicht Vitra Design Museum
© Vitra Design Museum, Ludger Paffrath

Installationsansicht Vitra Design Museum
© Vitra Design Museum, Ludger Paffrath

Installationsansicht Vitra Design Museum
© Vitra Design Museum, Ludger Paffrath

Installationsansicht Vitra Design Museum
© Vitra Design Museum, Ludger Paffrath