Eine Turnhalle aus Modulen

Eine Turnhalle aus Modulen

Letztes Jahr entstand in Wiedlisbach eine Sporthalle für einheimische und auswärtige Vereine. Der Blick hinter die Kulissen des Neubaus führt zum Holzbauunternehmen Hector Egger, die planende und ausführende Kraft neben den Architekten Arn+Partner.

Hector Egger Holzbau AG ist auf die Themen Elementbau und Hightechholzbau spezialisiert. Dies spiegelt sich auch im Projekt der Sporthalle wider: Alles, was nicht in Massivbauweise erstellt wurde, ist in Elementbauweise ausgeführt. Die Verkleidungen des Innenraums wurden bereits im Werk auf die Elemente montiert, um eine möglichst hohe Vorfertigung zu erreichen.

Unter Hightechholzbau versteht Hector Egger weniger eine Bauweise als vielmehr eine Produktionsart. Nils Rutishauser, Projektleiter der Sporthalle Wiedlisbach, beschreibt, was er darunter versteht: „Holzbau war bis vor kurzem eine bedächtige und wenig innovative Angelegenheit. Zum Teil ist er das auch heute noch. Was in der Maschinenindustrie gang und gäbe ist, war im Holzbau bis zur Jahrtausendwende unbekannt: optimierte Prozesse, effiziente Logistik, der Einsatz von CNC-Maschinen und anderem Hightechequipment. Wir bringen diese Hightechmentalität auch in den Holzbau.“ Im Jahr 2003 hatte die Hector Egger Holzbau AG die Chance, ihre neue Fabrikationshalle strikt nach diesen Kriterien zu errichten und einen höchstmöglichen Vorfertigungsgrad zu erreichen. Ihre Prämisse lautete: „Innovativer Holzbau beginnt im Kopf.“ Sie erkannte schon früh, dass die logische räumliche Anordnung von Arbeitsabläufen den Zeitaufwand verringert. Darauf richtete sie ihre Halle aus, und auch nach 15 Jahren bewährt sich diese Annahme.

Effizienter Elementbau

Auf der Baustelle der Sporthalle Wiedlisbach zeigte sich der Vorteil dieser Effizienz: In nur vier Wochen stand der Holzrohbau, die Verkleidungen wurden innerhalb von sieben Wochen angebracht. Durch die Planung bis ins Detail lösten sich die meisten Konflikte bereits in einer frühen Phase, sodass es während des Baus zu keinen erwähnenswerten Komplikationen kam.

Ausführung Sporthalle Wiedlisbach

Für die Akustikplatten und das Tragwerk wurden Fichte und Tanne verwendet. Der grösste Vorteil von Holz im Innenraum, besonders in Hallen, ist die schallabsorbierende Eigenschaft des Materials. Doch auch die raumklimatischen Vorteile und die natürliche, warme Ausstrahlung sprachen für Holz als Baumaterial für die neue Sporthalle.

Die grösste technische Herausforderung bestand in der stützenfreien Ausführung der Halle. Ein Fachwerkbinder, der grosse Spannweiten überbrücken kann, stellte aufgrund der wirtschaftlichen Nutzung des Materials die beste Lösung dar. Ausserdem konnten so die Lüftungsleitungen in Längsrichtung verlegt werden.

Im Innenraum präsentiert sich die Sporthalle ganz klar als innovativer Holzbau, von aussen muss man zweimal hinschauen. Das Gebäude ist mit Welleternit und Kunstharzplatten verkleidet, da eine unterhaltsarme Fassade gewünscht wurde. Der Hingucker der Gebäudehülle über dem Eingang ist jedoch ebenfalls aus Holz ausgeführt: Die blaue Wellenfassade deutet das vorherrschende Material im Innenraum an. Die Welle ist eine Assoziation zum Dorfbach von Wiedlisbach und zur belebenden Kraft des Wassers.

Durch das verbaute Holz für diese Sporthalle wurden der Atmosphäre 269 t CO2 dauerhaft entzogen. Der Berechnung  liegt die Tatsache zugrunde, dass Bäume während des Wachstums CO2 „speichern”. Wird das Holz verbaut, kann das Klimagas nicht mehr in die Atmosphäre gelangen.

 

hector-egger.ch