Auf Gutes bauen

Auf Gutes bauen

Für manche Bauprojekte braucht es etwas mehr als nur die Leidenschaft für Architektur – beispielsweise soziales Engagement. Mit seinem Vorhaben „Mango Tree“ möchte der junge Zolliker Nico Jeuch nicht nur gute Architektur schaffen, sondern damit sogleich etwas Gutes tun. In Zusammenarbeit mit dem Hilfsprojekt Almaawiya e.V. realisiert der Architekturstudent momentan eine neue Primarschule in Lamu, einer kleinen Insel vor der Küste Kenias.

Klein anfangen

Manchmal bedarf es glücklicher Zufälle, um seinen Weg zu finden: Diese Geschichte begann mit dem Entschluss des 25-Jährigen, sein Architekturstudium nach dem vierten Semester an der ZHAW in Winterthur ein Jahr lang auf Eis zu legen. Doch gerade mal zwei Wochen später endete diese Pause mit einem Anruf von Karin Howell, Gründerin der Stiftung Kids in Motion Schweiz sowie Vorstandsmitglied des deutschen Hilfsprojekts Almaawiya e.V., und ihrer Bitte ein neues Schulprojekt in Kenia zu entwerfen. Danach verbrachte der Schweizer zwei Monate in Kenia, vor allem um sich das notwendige Netzwerk aufzubauen: Diverse Referenzprojekte besuchte er hierfür vor Ort, suchte den Austausch mit Einheimischen sowie lokalen Bauunternehmen und führte zudem Gespräche mit einem dort tätigen spanischen Architekten.

Grosses schaffen

Das geplante Neubauprojekt „Mango Tree“, eine Assoziation an die landestypischen Mangobäume, wird auf einem 32’000 m2 Grundstück realisiert und beschränkt sich dabei nicht nur auf ein oder zwei Klassenzimmer: Die zwei geplanten Schultrakte mit insgesamt 14 Schulräumen erhalten zusätzlich eine Administration, eine Schulkantine, sowie Werk- und Sportstätten als auch Bibliotheken und Gärten. Die grösste Herausforderung an der Planung lag dabei jedoch nicht darin, das komplette Programm unter Dach und Fach zu bringen, sondern viel mehr, die Dachkonstruktion zu entwickeln. Die Anforderungen an eben jenes stellte sich mehr oder weniger als Gratwanderung dar – genügend Beleuchtung in den Innenräumen sollte ohne Überhitzung dieser durch direkten Lichteinfall gewährleistet sein. Als Ergebnis präsentierte der gelernte Hochbauzeichner eine angehoben Konstruktion aus Holzbinderbalken und Faserzementplatten des Schweizer Unternehmens Eternit, wodurch ein kontinuierlicher Luftzug sicher gestellt wird. „So staut sich die Hitze nicht im Gebäude und über die geschaffene Öffnung zu den Wänden hin kann indirekt Licht in die Räume fallen.“, erklärt der Jungarchitekt seinen Prototypen.

Erst der Anfang

Im November dieses Jahres soll der Schulbau aus Korallenblöcken, dem gängigen Werkstoff der Region, für 360 Schüler seine Türen öffnen. Ermöglicht wurde der Bau sowohl durch Spendengelder der Stiftung Almaawiya e.V., zu deren Gründungsmitgliedern auch bekannte Personen wie Susanne Preiss und Frauke Ludowig gehören, als auch von diversen anderen Sponsoren. Zudem hat sich der Architekturstudent mit seinem Projekt bei seiner Wohngemeinde Zollikon beworben und von dieser ebenfalls einen Zuschuss erhalten, dessen Wert etwa einem Klassenzimmer in der künftigen Schule entspricht. 

Mit dem Ende dieses Vorhabens startet für Nico Jeuch erst recht sein zukünftiger Weg: Auch später will er Architektur verstärkt mit sozialem Engagement verbinden.

 

Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.